Zehn Sätze

Zehn Sätze

spannend, ergreifend, sinnlich, berührend, tiefsinnig, witzig, sarkastisch, melancholisch …

… zehn Sätze, die Lust auf mehr machen

Gemeint sind zehn Sätze aus euren eigenen Werken, aus einem selbstgeschriebenen Roman oder einer Kurzgeschichte, aus einem Manuskript oder einfach zehn Sätze zu der Idee eines Manuskriptes. Wir sind gespannt auf eure Einsendungen.

Einsendungen mit dem Betreff  „zehn Sätze“ an litborken(at)googlemail.com. Unser Team entscheidet über die Veröffentlichung. Mit der Einsendung bestätigt ihr, dass eure zehn Sätze aus eurer eigenen Feder stammen! Schreibt dazu, ob euer Name und Wohnort veröffentlicht werden darf und woraus der Text stammt (Manuskriptname, Buchname…)

_____________________________________________________________

Das Bett war sehr niedrig und rundherum war der schmutzige Linoleumbelag übersäht mit Brandstellen, die alle von der „obligatorischen Zigarette“ danach stammen mussten. Die Bettwäsche wies auf den ersten Blick Knitterspuren auf, und auf den zweiten auch eindeutige Gebrauchsspuren. Wie viele Paare hier schon in inniger Umarmung sich ihren sexuellen Gelüsten hingegeben hatten, konnte man an der Anzahl der ausgedrückten Zigaretten multipliziert mit den Flecken auf dem Laken, durchaus ablesen. „Ganz Paris träumt von der Liebe“, dachte ich und dass hier nicht nur geträumt wurde, bestätigte uns das Bett. Das Etablissement war eine Absteige wie ich sie mir schlimmer nicht vorstellen konnte. Von den Holzfensterrahmen blätterte die Farbe und ich öffnete vorsichtig die Fensterflügel, um dem Potpourri der Düfte aus Muff, Schweiß und Liebe die Flucht ins pulsierende Paris zu ermöglichen. Wir schauten uns an und fingen an zu lachen bis mir die Tränen über die Wangen liefen. Das Augen-Make-Up, eindrucksvoll und nicht gerade sparsam aufgetragen, hinterließ schwarze Schlieren in meinem Gesicht. „Fühl doch mal, ob die Laken noch warm sind“, schlug ich vor, „ich glaube, es ist ein Bett, das niemals erkalten darf.”“Wir lachten beide über diese Vergnügungshöhle und die Situation barg eine Vertrautheit, die beinahe etwas Romantisches hatte… aus:  “WOLKENLOS chaotisch² “, Brigitte Vollenberg, Cenarius Verlag Hagen, ISBN 978-3-940680-42-6

_____________________________________________________________
…Am vergangenen Freitag hatte er am alljährlichen Betriebsausflug seiner Abteilung teilgenommen. Unter der Führung ihres Chefs, dem angeblich begeisterten Wanderer Dr. Waldbröker, waren sie mit dem Bus zum Hermansdenkmal bei Detmold aufgebrochen, um in der Umgebung eine „kleine Strecke“ gemeinsam zu gehen, wie es in der Einladung hieß.
Der Chef hatte den Manageranzug gegen robuste Freizeitkleidung getauscht, sich sogar mit Hut und Stock ausstaffiert, wirkte aber genauso geleckt wie im Büro.
Van de Loo hatte sich in dem dichten Wald ein wenig wie umstellt gefühlt.
Er war ja als Flussmensch einen weiten Blick und, wie er es einmal über seine Landsleute gelesen hatte, gewohnt, dass Dinge vorbeizogen. Die Kollegen aber schienen sich damals allesamt wie endlich zu Hause zu fühlen; es schien van de Loo, als sei es tief im Blut der gebürtigen Westfalen verankert, durch den Wald zu stapfen, sich um Bäume herumzuschlängeln, als seien sie gar nicht da.
An der Seite von Olga Stanic, der Sekretärin des Chefs, die sich ebenso unwohl zu
fühlen schien wie er, war van de Loo durch das Laub geschlurft, immer wieder zurückbleibend, immer wieder an Wurzeln hängenbleibend, vorneweg die Kollegen, von den Wanderschuhen an den Füßen beflügelt wie von Siebenmeilenstiefeln.  Van de Loo vermutete, obwohl sie alle mehr oder weniger wichtige Vertreter der sogenannten Staatsgewalt waren – wäre ihnen ein Römertrupp begegnet, sie alle hätten sich auf ihn gestürzt. Es schien eine Blutssache zu sein. Gerne hätte van de Loo einmal eine Statistik gesehen, in der untersucht wurde, auf welche Arten Menschen in verschiedenen Regionen Selbstmord begingen. Er wäre sicher gewesen, in Westfalen hängte man sich auf…
aus: Sentimentale Eichen, Münsterland-Krimi, Schardt Verlag 2012, ISBN 978-3898416504, Matthias Engels
_____________________________________________________________

Die Schleifer werfen ihre weißen Baumwollhandschuhe in dein offenes Grab. Mit einem letzten Kopfnicken in Richtung deines Sargdeckels verabschieden sie sich und treten wieder in den Hintergrund. Sie sind heute nur Statisten. Die Hauptperson bist Du und ich wette, dass du, als noch lebtest nicht die geringste Ahnung hattest, dass die Sargträger im Jargon der Bestatter „Schleifer“ genannt werden. Vielleicht wäre das die erste Wette gewesen, die du verloren hättest. Nur schade, dass ich das nun nicht mehr herausfinden werde. Du warst dir immer so sicher, jede Wette zu gewinnen, das war am Ende dein Verhängnis. Eva sieht übrigens reizend aus in ihrem schwarzen Kostüm. Eine schönere Witwe habe ich noch nie gesehen und sie hat keine Träne für dich. Sie weiß es nämlich und deswegen wette ich, dass sie dich schnell vergessen wird … aus „Wetten, dass“ von Claudia Wiemer

______________________________________________________________

… Jan bestellte inzwischen im Schloß-Café zwei Tassen Kaffee. Jo-Ann saß zusammengesunken auf ihrem Stuhl und starrte ins Leere. Nichts regte sich an ihr. Jan beobachtete sie eine Weile. Besorgt stellte er fest, dass ihre Lippen schmal wirkten und fast blutleer waren, die Augen trotz Make up von dunklen Ringen umrahmt wurden und das versteinerte Gesicht sie um Jahre älter machte. Was war nur aus ihr geworden? Kaum etwas erinnerte an die alte Jo, die Jan kannte und geliebt hatte. Der weiche und dennoch freche Mund, die leuchtenden Augen – das vermisste er. Aber er wusste auch, dass er etwas kaputt gemacht hatte, was ihrem Leben und sicher auch ihrem Aussehen wieder Schwung gebracht hätte. Er hatte ihren Traum zerstört, ihre Hoffnungen, mit nur einem Satz: „ICH habe den Job bekommen.“ … Arbeitstitel „Die Wende – ein Leben wird anders“, Marita Lehmann

_____________________________________________________________

… „Ich habe keine Lust auszusteigen“, sagte Conrad Böse und schaute hinaus in den Schnee, der weich auf die Frontscheibe fiel. Das Haus in der Billerbecker Straße glitzerte und funkelte von Lichterketten, Sternchen, Glöckchen und Kugeln. Der Eingang war fast völlig von einem Rentierschlitten versperrt, hinter den Fenstern heimeliges Licht von Schwibbögen und Pyramiden. Ein Weihnachtsmann hing an einem Sims im ersten Stock, ein anderer Mann hing im Keller.
„Ich auch nicht.“ Marlene Adler klickte den Gurt auf und zog die Kapuze über ihre Mähne. „Komm schon. Sie machen es immer an Weihnachten. Rücksichtslos.“
Ein Streifenwagen mischte sein Blaulicht in das der überbordenden Weihnachtsdekoration, bis sich jemand erbarmte und es ausschaltete … Anne Kuhlmeyer, aus dem Manuskript „Es gibt keine Toten“ ©2012

_____________________________________________________________

Sie musste sterben. Das Todesurteil war gefällt, als er sie sah. Sie war zu verträumt und zu unvorsichtig. Die ersten warmen Sonnenstrahlen hatte sie blind für ihre Umwelt gemacht. Es gab keine Gnade für sie. Es wurde von ihm erwartet, zu töten. Aufmerksam beobachtend umkreiste er die Ahnungslose, die sich sonnend im noch harten Gras ausstreckte. Plötzlich ließ er sich auf sie fallen, brach ihr das Genick und krallte sich fest. Er hielt einen Augenblick inne, stieß einen heiseren zufriedenen Schrei aus. Dann erhob er sich majestätisch elegant in die Luft und kehrte mit seiner Beute zu seiner Familie, in sein Horst hoch oben in den Wipfeln der Bäume zurück ... Tod im Frühling von Marita Wessels

_____________________________________________________________

… Rehling stolperte in seinen Gummistiefeln hinter Brück den Mittelgang entlang, sichtlich darum bemüht, rechts und links nichts zu berühren. „Nicht sehr redselig, was?“, fragte er, als er sich sicher außer Hörweite des unbeirrt weiter rührenden Landwirts glaubte. „Warum hast Du Dich eigentlich aufs Land versetzen lassen?“ Brück blieb mit einem Ruck stehen. Rehling verschränkte die Arme vor der Brust, die beinahe mit dem Rücken seines Vordermanns Tuchfühlung aufgenommen hätte. „Weniger Gewalttaten“, sagte er knapp, während er in der Box zu seiner Linken einer Muttersau beim Säugen von mindestens zehn hektisch quiekenden Ferkeln zusah. Das Tier erduldete auf der Seite liegend und mit geschlossenen Augen das wilde Gerangel, bis alle eine Zitze gefunden hatten, an der sie andocken konnten. „Weniger Gewalttaten“, wiederholte Brück. „Und weniger Gerede. Vielleicht solltest Du mal darüber nachdenken, ob es da einen Zusammenhang gibt.“ … aus „Schlachtplatte“ (Arbeitstitel) von Nikolaus Lupus

____________________________________________________________

… Wahrscheinlich weiß der Körper im ersten Moment des Aufwachens, dass es gnädiger wäre, weiterzuschlafen. Aber der Geist braucht eine Sekunde länger, um es zu begreifen, und danach ist es zu spät. Nur einen winzigen Augenblick lang ist das Bewusstsein wie eine leere Schiefertafel, die dann aber sofort und gnadenlos beschrieben wird, manchmal mit sanftem Kreidestrich und manchmal grob und misstönend, so dass man sich innerlich die Ohren zuhalten möchte.
„Tot“ schreibt die kreischende Kreide, „deine Mutter ist gestorben“.
Und nur einen Sekundenbruchteil später weiß ich alles wieder.

Frisch gewaschen liegt sie im neu bezogenen Krankenbett, makellos gebügelt die Bettwäsche, die in allen Krankenhäusern nun weiß-gelb gestreift zu sein scheint. Ihr Atem geht ruhig, viel ruhiger als die Tage zuvor, als er schwer war und ringend nach Sauerstoff. Sie schläft ganz tief und fest und hört mich nicht, als ich sie anspreche und berühre. Eine Weile lausche ich den Atemzügen, erleichtert darüber, dass sie gleichmäßig sind und entspannt wirken. Das war gestern … aus „Mutter“ (Arbeitstitel) von Brigitte Wiechmann

_____________________________________________________________

… Alles begann an einem Sommertag mit weißen Wolken und ganz viel Blau in den Pfützen.
Ich ging den schnurrgeraden Weg entlang, der Hund trottete vor mir her und  wie immer zu dieser Zeit begegnete ich dem alten Herrn, der auf seinem Fahrrad aus Richtung Norden kam, freundlich grüßte, dabei den Hut mit großartiger Geste vom Kopf nahm, wieder aufsetzte und hinter der nächsten Weggablung verschwand.
Wir gingen weiter und nahmen den kleinen Pfad in Richtung  Ruinen. Niemals traf man dort auf Menschen, aber an jenem Tag war es anders.  
Kühl war es in den alten Hallen, die Sonne schaffte es nicht mehr, das dichte Buschwerk zu durchdringen und man roch die Vergangenheit dieses Ortes.
Ich ging weiter, durchschritt das erste gut zehn Meter lange Gebäude und da sah ich sie, eine junge Frau, in der Ecke stehend , blass und durchscheinend wirkend wie ein Tagmond im Winter. Sie sah durch ein Loch in der Wand hinaus in den Wald, drehte sich dann zu mir um und sagte: „ Der Waldboden verschluckt alles, gibt nicht mehr her, was er einmal hat.“
Der Hund reagierte nicht auf die Frau, wollte weiter zum Baum. Ich versuchte etwas zu sagen, aber sie ging einfach an mir vorbei, als gäbe es mich nicht und  verließ die Ruinen. Ich sah ihr nach und wusste sofort, dass dies eine schicksalhafte Begegnung sein würde … aus „Der Wald“ (aus einem in Arbeit befindlichen Roman-Manuskript) von Marco Büning

_____________________________________________________________

… “Sechs”, sagte ich. “Machen Sie sechs Zeilen draus.” Er nickte nur. Allein an den nunmehr sieben Stirnfalten ließ sich ablesen, dass er wohl selten Kunden wie mich hatte und nun vermutlich auf das erworbene Wissen aus dem Fortgeschrittenen-Seminar zurückgreifen musste. “Macht und Möglichkeiten – Der Kunde als Individuum”. Aber ich war schließlich nicht 45 Kilometer in die Kreisstadt gefahren, um mich mit einem Türschild von der Stange zufrieden zu geben. Er setzte sich mit meinem Zettel an einen PC hinterm Tresen. “Moment, bitte”, murmelte er, bevor er seine gesamte Aufmerksamkeit und etwa 50 Prozent der zur Verfügung stehenden Finger seiner Tastatur widmete. Dann fischte er ein Stück Papier aus dem Laserdrucker auf seinem Schreibtisch und kam zurück …

Das
Geheimnis, das
Du lüften willst, verrät
mehr über Dich, als über
denjenigen, der
es zu bewahren
sucht.

aus „Frauenend“ (Arbeitstitel) von Christiane Nitsche (Gronau)

_____________________________________________________________

… Mitten auf der Straße stand mit laufendem Motor ein klappriger Kleinwagen, der mit einer Fahrerin im fortgeschrittenen Rentenalter und einer weiteren Frau auf dem Rücksitz besetzt war. Aus der Beifahrertür ragte ein monumentaler Hintern auf zwei Säulen in Hosen. Der Oberkörper dieser wahrscheinlich menschlichen Gestalt steckte noch im Innenraum des Autos und schien es nicht verlassen zu wollen; unüberhörbar war noch nicht alles Nötige gesagt.
   Nach einer Weile verließ der Oberkörper ebenfalls das Fahrzeug, fügte der Gesamthöhe der Frau zwar nicht mehr viel hinzu, verdoppelte aber die Masse.
   „Oder?“ Mehr Triumphruf als Frage, schoss ihre Stimme kurzatmig in die Höhe. Markig schmetterte sie die Autotür zu, öffnete sie aber sofort wieder:
   „Hör mal!“ Sie steckte den Oberkörper wieder zu den beiden Frauen hinein und pumpte einen weiteren Redeschwall in den winzigen Innenraum, der sich dadurch zu blähen schien. Ein erneutes „Oder?“ brachte sie wieder zum Vorschein – der Ausruf schien bei ihr zum Verlassen eines Autos zu gehören wie das Ploppen zu einem gezogenen Korken.
   „Bis morgen, Else“, hörte Johanna aus dem Wagen, der gleichzeitig einen guten Schluck vom Gaspedal bekam und sich mit einer Qualmwolke bedankte...
aus dem Roman „Schürkenbeck“/Arbeitstitel eines noch nicht fertiggestellten Manuskripts von Ule Rolff

_____________________________________________________________

… Dass etwas nicht stimmte, merkte ich gleich.
Als ich vom Weg entlang des Kartoffelackers auf den breiten Waldweg einbog, sah ich weit hinten, an der Wegkreuzung, eine Person hin und her laufen, als suche sie etwas.
Je näher ich kam, umso merkwürdiger erschien mir dies. Das war niemand, der nach einer verloren gegangenen Uhr, einem Armband oder Portemonnaie suchte, es war anders.
Es war eine Frau, die sich dort bewegte, wie ich bald erkannte. Als ich bis auf einige Meter herangekommen war, konnte ich einen verängstigten Ausdruck in ihrem Gesicht wahrnehmen. Immer wieder lief sie zu den verschiedenen Wegabzweigungen, schaute in die Ferne, drehte sich um, lief zum nächsten Abzweig und bog ein paar Schritte weit ein, wandte sich dann wieder um und begann ihre irrende Suche von Neuem.
Erst als ich kurz vor ihr stand, sah ich, dass sie verletzt war, eine Schwellung an ihrer Stirn glänzte rötlich dunkel, an ihrer Kleidung bemerkte ich Spuren von Erde und Gras.
Ich hätte einfach vorbeigehen können, vielleicht wäre das besser gewesen. Aber ich ging nicht vorbei … aus „Die Antwort“ von Ursula Heidbüchel

_____________________________________________________________

… Eine schönere Hand hatte er noch nie gesehen. Er streichelte sie mit seinem Blick, nur mit seinem Blick, langsam, ganz langsam. Er glitt vom Handgelenk mit dem sanft hervortretenden Knochenhügelchen zum Handrücken mit den Verzweigungen der Mittelhandknochen. Er entschied sich für die Linie des Zeigefingers und verfolgte sie bis zum Fingernagel, der glänzte wie mit Seide poliert.
Nun streckte er vorsichtig seine eigene Hand aus. Die rechte. Die, die nichts Böses tun würde.
Neben ihrer Hand wirkte die seine grob und hässlich. Die Kälte hatte die Haut blaurot verfärbt, an einigen Stellen zeigten sich gelbliche Schwielen, verkrustete Schrunden bildeten ein feines dunkles Muster auf den Knöcheln.
Sanft berührte er ihre Hand, legte seine Fingerspitzen auf die Länge ihres Zeigefingers, die Spitze seines kleinen Fingers auf ihren Fingernagel, die Spitze seines Zeigefingers auf ihr Fingergelenk… aus: Färberkrapp (Mittelalter-Roman), Anna Hülkenberg

_____________________________________________________________

…Marvin löste den Griff um ihren Hals. Seine Kräfte schwanden mit der abreagierten Wut und er merkte plötzlich, wie laut er atmete vor Anstrengung. Auf einmal tat sie ihm leid. Mit dem Daumen strich er über ihre Halsfalten bis hinunter zu der kleinen Kuhle unterhalb des Kehlkopfes. Doch er drückte nicht hinein, strich nur vorsichtig darüber, fasziniert von ihrer weichen warmen Haut, etwas, was er lange nicht mehr spüren durfte. Marvin hörte auch sie atmen. Ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell. Sie hatte Angst vor ihm. Und während er sie so ansah, fragte er sich, was er eigentlich gerade tat. Er fand sich – eine kleine Krankenschwester würgend, auf sein Bett gezwungen, sich über sie beugend – im Begriff, wer weiß was zu begehen… aus „Der Tod kann mich nicht mehr überraschen“ von Heike Vullriede

Nun seid ihr dran!