Was macht eigentlich … Jay Monika Walther

Eine neue Rubrik mit dem Titel „Was macht eigentlich…?“ läutet LitBorken mit der gleichnamigen Frage an Dr. Jay Monika Walther aus Dülmen/Hiddingsel ein. Die aus Leipzig stammende Schriftstellerin hat mehrere Förderpreise und Literaturstipendien für ihre Arbeiten erhalten.

Ja -und was macht nun Jay Monika Walther?

Jay Monika Walther

Jay Monika Walther / Foto B. Dietl

2013 wollte ich Zeit haben, schlendern, schauen, langsam schreiben. Aber es kam alles anders: Von Januar bis März schrieb ich das Hörbuch „Westfälische Heimat – Jüdische Nachbarn“. Dieses Hörbuch ist eines der Projekte, die zu der Ausstellung über jüdisches Leben in Westfalen im Museum in Dorsten gehören. Eine Ausstellung, die seit zwei Jahren vorbereitet, 2014 eröffnet und begleitet wird von einer Buchpublikation, Tonmaterial, Hörbuch, Fotos, Dokumenten, vom Mittelalter bis heute. Und wieder stehen am Ende zwei Einsichten: Deutschland, wie es nie mehr werden kann: vernichtet wurden Menschen, Geschäfte, Gedanken, Kunst, Forschung, Wissen, Traditionen, Leben. Geraubt wurde sowieso. Und: Alle wussten und profitierten. In dem akribisch recherchierten Buch „Dülmen unterm Hakenkreuz“ von O. Bickhove-Swiderski ist nach zu lesen wie in einer Kleinstadt die Verbrechen mit dem Wissen aller geschahen.

Von März bis Dezember schrieb ich dann den Kriminalroman „Himmel und Erde“, der 2014 erscheinen wird. Wieder eine Beschreibung von kleinen Leben und großen Schlachten, die jeden Tag stattfinden vom Münsterland bis nach Lettland: Menschenhandel, Handel mit synthetischem Kokain, mit Leichenteilen. Und inzwischen sind die Verbrechen so gut organisiert wie große Logistikunternehmen.

2013 erlebte ich auch die wunderbare Überraschung, dass sich mit Ebooks Geld verdienen lässt: „Die vier Dithmarscher Fälle – Kommissar Simonsberg ermittelt am Rande der Welt“ wurde ein Renner und wird 2014 fortgeschrieben. Einiger anderer Titel nahm sich der neugegründete österreichische Verlag Orange Cursor an.

Was mache ich eigentlich? Schreiben. Das werde ich immer. Sehr viel lesen. Mich engagieren. Ja, aber nach fünfundzwanzig Jahren Autorinnenforen Berlin Rheinsberg und Vorstand Autorinnenvereinigung e.V. engagiere ich mich nicht mehr nur, damit was geschieht und in Gang kommt, sondern es muss auch zu mir einen Bezug haben, es muss ein Lächeln dabei sein. Ansonsten werde ich älter und auch das birgt manche Abenteuer und verlangt Geduld. Andere in der Familie werden vor einem noch etwas älter und brauchen Hilfe und Zuneigung.

Ich freue mich auf 2014, auf das Schreiben von Gedichten und, dass dann das Schlendern gelingt.

Jay Monika Walther

www.jmonikawalther.eu

Mail JMonikaWalther@aol.com

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J. Monika Walther/Foto B. Dietl

Zuletzt (Auswahl):

2009 erschien der Gedichtband „Querfeldein“ mit CD.

2010 erschien der Erzählband „Das Gewicht der Seele“, 400 Seiten Prosa, herausgegeben von Iris Nölle-Hornkamp.

Und: Goldbroiler –oder die Beschreibung einer Schlacht. Eine Kriminalgeschichte, 254 Seiten

2010 erhielt sie ein Stipendium des International writers and translators house in Ventspils/Lettland.

2011: Arbeitsstipendium des Landes NRW

2012 erschien der Erzählband: Sperlingssommer und der Gedichtband Windblüten Maschendraht, herausgegeben vom Kulturgut Haus Nottbeck, LWL

2012: Literaturstipendium 1. Friedrichskooger Koogschreiberin

2013: Kommissar Simonsberg ermittelt am Rande der Welt: Die vier Dithmarscher Fälle – 1. Fall Ebook

2013: Hörbuch: „Und alles lebt, was einst mit mir hier lebte“ –

Westfälische Heimat – Jüdische Nachbarn

2013: Bei dem österreichischen Verlag Orange Cursor erscheinen der

Kriminalroman Goldbroiler, der Erzählband Sperlingssommer und der

Gedichtband Windblüten Maschendraht als Ebook

Mehr unter: www.jmonikawalther.eu