…wenn ich die Weite gefunden habe, hole ich dich ab… – Poetry Slam in Borken

Ring frei für die Dichtkunst – an die 200 Gäste begeisterten sich am Sonntag, 28.10.2012 in Borken für Dichtung und Comedy. Denn, wenn es übersetzt auch Dichter-Wettstreit (oder besser „Schlacht“) heißt, so blieb ernsthafte Lyrik und Prosa doch etwas hinter einer unterhaltsamen Comedy zurück.

Sieben Wettkämpfer traten im KulturRaum³ gegeneinander an.

Anke Fuchs

„…Ich muss weg und wenn ich die Weite gefunden habe, hole ich dich ab und zeige sie dir …“ Anke Fuchs beeindruckte mich mit wunderbarer Dichtung über „Heimat“ und „Abstand“ und ich frage mich, ob ich mir je so viel Text auswendig merken könnte.

Matthias Marschalt

Matthias Marschalt überzeugte mit „Die Bühne“ in einer theaterreifen Darbietung und Jan Schmidt fragte sich „was typisch deutsch“ ist.

Lasse Samström

Ebenso theaterreif: Lasse Samström mit wortverdrehten Gedichten und einer comedygleichen Show über sich selbst, als toten Dichter.

Tobias Ostendorf

Auch die beiden heimischen  Slammer, Leon Pernak  aus Borken (Was Jugendliche quält) und Tobias Ostendorf aus Reken, begeisterten das Publikum. Tobias Ostendorf schaffte es mit seinen hervorragenden Texten „Aufgewacht“ und „Die Welt, in der ich lebe“ bei seiner Premiere an diesem Tag sehr verdient in die Zwischenrunde.

Achim Leufker

Gewonnen hat schließlich der „Opa“ im Ring, Achim Leufker „Ich muss um zehn Uhr wieder in der Geriatrie sein!“ Seine überaus humorvollen Texte über Vater-Tochter-Beziehung und verschiedene  Versionen des Märchens vom bösen Wolf „…Amoklauf eines gewaltbereiten Wolfes…“ und „…Terror-Organisation Grimm…“ rissen das Borkener Publikum zu Applaus-Kanonaden und der Forderung nach einer Zugabe hin.

Fazit: Eine kurzweilige und empfehlenswerte Veranstaltung, bei der für alle Geschmäcker etwas dabei war. Beim nächsten Poetry-Slam in Borken werde ich sicher wieder dabei sein.

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Heike Vullriede